Leas Geschichten

Fotomarathon Zürich, 10. November 2018

Vor eineinhalb Jahren nahm ich an meinem ersten Fotomarathon in Zürich teil. Zwischenzeitlich wurden zwei weitere Ausgaben durchgeführt, aber leider ohne mich. Immer diese Ferien. 😉

Wie der Fotomarathon funktioniert und weitere Details findest du hier.

Am Samstag, 11. November 2018, war es wieder soweit: Auf meinem iPhone ploppte der Agendaeintrag „Fotomarathon Zürich“ auf.  Bepackt mit meiner Systemkamera Samsung NX300 fuhr ich nach Oerlikon zum Treffpunkt. Die Vorfreude war gross. Wie schon beim letzten Mal, beschlich mich eine gewisse Nervosität. 26 Teilnehmende warteten vor Ort. Nach einer kleinen Stärkung in Form eines selbst gemachten Muffins, danke liebes OK-Team, erfuhren wir die Regeln und noch viel wichtiger, die 12 Themen. Diesmal bekamen wir nicht einfach Begriffe, nein. 12 Songs von diversen Interpreten mussten fotografisch umgesetzt werden. Eigentlich sollte mir das in die Hand spielen, da ich mich für meine Kurzgeschichten oft von Musik inspirieren lasse. Eigentlich. Du wirst es bei meinen Fotos merken: Es war kein leichtes Spiel für mich.

Ich fuhr zum See und beschloss, meine Fotos rund um das Seebecken zu schiessen. Quasi als rote Linie durch die Serie. Im Endeffekt hat das niemand bemerkt, was zeigt, dass die Idee nicht ganz so grandios war. Das ist aber eine andere Geschichte.

Kommen wir zur Umsetzung:

Der erste Titel hiess „Rock me Amadeus“ des legendären Falco.

SAMSUNG CSC

Oper, Amadeus. Du merkst es selber.

Der zweite Titel war dann schon etwas schwieriger. Spanisch ist nicht gerade mein Steckenpferd. Zum Glück erhielten wir noch eine deutsche Version von Freddie Quinn (ab der Hälfte des Stücks).

Fotomarathon Zürich 2018

Ich habe mich auf die Textzeile mit dem Kapitän konzentriert, und das kam dabei raus:

Eine Eigenheit beim Fotomarathon Zürich ist die Startnummer. Jeder Teilnehmer erhält eine Nummer, die er in einem der Fotos umsetzen muss. Ich bekam die Nummer 68 und hatte Glück, dass ich beim Titel „Imagine“ von John Lennon auf das folgende Plakat stiess.

Plakat Imagine 68

Ob das Bild jetzt gelungen ist oder nicht, liegt im Auge des Betrachters. Als Umsetzung der Startnummer aus meiner Sicht ganz passabel.

Der nächste Titel hörte ich mir um die Mittagszeit herum an. Du merkst, der Hunger stellte sich langsam aber sicher ein.

Restaurant an der Wein Expo Zürich

Der „Kiosk“ von Rumpelstilz sollte ein Kinderspiel sein. Oder? Es gibt allerdings kaum einen Kiosk am Seebecken – und wenn ich doch einen fand, stand er im Gegenlicht. In der Not frisst der Teufel Fliegen. So oder ähnlich ging es mir, wie Figura zeigt.

Kiosk am Bürkliplatz Zürich

Vor lauter Frust machte ich anschliessend einen Abstecher in den Apple Store an der Bahnhofstrasse. Nach dem Kauf des neuen iPad Pro, dem Keyboard, dem Pencil und den AirPods ging es mir wieder besser. 😁

Das sechste Bild, musste ich aufgrund meiner Shopping-Tour auf den Nachmittag vertragen. Um 13:00 Uhr trafen sich alle Teilnehmenden zu einem „Zwipf“ beim Spielplatz Artergut an der Minervastrasse. Danach ging es weiter mit sechs neuen Themen.

Aber zuerst zum Song Nummer sechs: Der kleine grüne Kaktus. Nach etlichen Besuchen in Blumenläden wurde ich Niederdorf fündig.

Kaktus auf dem Balkon von Max Raabe

Irgendwie passte der siebte Song „Don’t worry be happy“ perfekt zu meiner Stimmung, im Wechselbad der Gefühle. Beim Bauschänzli fand ich mein Sujet: Ein Krankenwagen brauste über Quaibrücke und das Zelt des Oktoberfestestes (im November 🤔) kam auch noch gleich mit aufs Bild.

Krankenwagen und Oktoberfest

Okay. Schön ist anders, aber die Idee zählt doch auch.

Beim Barte des Propheten! Die „La Cucaracha“ brachte mich an den Rand der Verzweiflung. Ich fuhr mit dem Tram bis Bahnhof Tiefenbrunnen und spazierte dem See entlang zurück in die Stadt. In der Hoffnung, irgend ein Käfer oder so zu finden. Absurd? Ja. Hat es geklappt? Nein. Ich begann den Titel zu googlen und auf Wikipedia fand ich die Hintergrundgeschichte des Volksliedes. Ich konzentrierte mich auf Marihuana, Alkohol und Bart. Kiffer fand ich leider keine (Zürcher, was ist los mit euch?) aber dafür Alkohol und einen Bärtigen.

La Cucaracha

Rein optisch gefällt mir das Bild. Aber es ist zum Thema an den Haaren herbeigezogen. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Mit den „Hells Bells“ von ACDC kam ich wieder in die Gänge.

Hells Bells oder Glocke der Hölle von ACDC

Das Gestöhnte „Je t’aime… moi non plus“ sollte für mich ein Klacks sein. Auf die Idee, einen Sexshop oder so ähnlich aufzusuchen, kam ich selbstverständlich nicht. Ich war ja immer noch mit der Idee des Seebeckens beschäftigt. So fand ich am Bellevue diesen netten Herrn mit seinem Alphorn.

Je t'aime... moi non plus

Blasen und so, ging mir durch den Kopf. Aber frag nicht… 🙈🙉🙊

Gangnam Style“ war nicht mein Stil. Definitiv nicht. Da der Tanz irgendwie an einen Reiter auf hohem Ross erinnert, habe ich mich für folgendes Sujet entschieden.

Gangnam Style auf Schweizer Art

Dann endlich kam ich zum 12. und letzten Thema: „Over the Rainbow„. Glücklicherweise fand ich am Bellevue einen Strassenkünstler, der Seifenblasen produzierte.

Somewhere over the Rainbow

Danach fuhr ich mit dem Tram ins „Hauptquartier“. Dort gab es Bier, Wein und ein Büffet mit feinen nahöstlichen Spezialitäten. Wir schauten uns die Umsetzung der Themen der einzelnen Teilnehmenden an, stimmten über die schönsten Bilder und Serien ab. Ich stellte fest, dass schwarz-weiss Fotografie der Renner ist. Nur vereinzelte Teilnehmende setzten auf farbige Bilder.

Der Tag war intensiv und einfach grossartig. Mit unzähligen Eindrücken und müden Beinen, machte ich mich nach der Preisverleihung (ich war lediglich Statistin), auf den Weg nach Hause.

PS: 24’492 Schritte entsprechen 17,4 Kilometern. Das war die Distanz, die ich während des Fotomarathons zurückgelegte.

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